"Wahres Glück, zeichnet sich durch inneren Frieden aus. Es entwickelt sich mit unseren Beziehungen zu anderen. Es ist demnach von moralischem Verhalten abhängig und dieses Verhalten besteht aus Handlungen die das Wohlergehen anderer berücksichtigt." (Dalai Lama)
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Obesitas



In einer Steppe lebte einmal ein Löwenrudel von einem Löwen und vier Löwinnen, wie es sich gehört, waren die Löwinnen für das Jagen verantwortlich und der Löwe für die Revierverteidigung und Fortpflanzung zuständig. Die Löwinnen jagten im Team miteinander und dachten sich kluge Strategien aus.
An diesem Tag war die Strategie nicht aufgegangen, im letzten Augenblick war ihnen das Wild entwischt. Alle lagen nun erschöpft und hungrig an ihrem Stammplatz und die älteste Löwin, die gleichzeitig Mutter aller war sprach zu dem Jüngsten: „Was war los mit dir? Du hättest es doch fast gehabt, warum hast du es nicht geschafft, du bist doch die Schnellste von uns.“ Die Jüngste verteidigte sich: „Ich musste durch diesen Zaun schlüpfen, den sie neu aufgestellt haben, aber dadurch fehlt mir Zeit.“ Die Mutter schüttelte den Kopf: „Die haben wir aber nicht, wenn du früher losläufst, dann wittert dich unsere Beute und es ist wieder alles umsonst, verdammt wir brauchen aber Nahrung, wie willst du denn später mal einen anständigen Löwen bekommen, wenn du dich von solchen Kleinigkeiten abhalten lässt.“ Die junge Löwin war nun sehr verletzt, sie hielt es nicht für eine Kleinigkeit, aber sie sagte nichts mehr.
Noch am selben Tag startete ein zweiter Versuch, sie nutzten die selbe Taktik, die Mutter scheuchte mit den zwei anderen die Zebras auseinander und isolierte ein einzelnes und trieb sie in Richtung der vierten, diese musste so aus dem Versteck hervorspringen, das sie möglichst kurz hinter dem Zebra landet und es in einem schnellen Sprint erlegen kann.
Alles verlief wie geplant, die Jüngste beobachtete alles aus ihrem Versteck und wartete auf den richtigen Moment, dann schoss sie blitzschnell los und diesmal suchte sie nicht die Lücke im Zaun, sondern sprang direkt darüber. Dabei verspürte sie einen kurzen stechenden Schmerz, sie musste sich den Bauch am Stacheldraht angeritzt haben, doch sie achtete nicht darauf, sondern jagte dem Zebra hinterher und erlegte es mit einem gezielten Biss.
Die anderen kamen angelaufen und jubelten und johlten und lobten sie überschwenglich, endlich hatten sie Nahrung und zudem eine wundervolle Taktik, die eine Weile funktionieren würde.
Und so geschah es denn, dass sie diesen Plan immer wieder so vollzogen und Wild um Wild erfolgreich rissen, da die Jüngste dabei die wichtigste Aufgabe übernahm, denn sie war die Schnellste, waren die Geschwister manchmal schon sehr neidisch, ließen es sich aber nicht allzusehr anmerken. Die junge Löwin, konnte sich an ihrem Erfolg nach einiger Zeit nicht mehr so recht freuen, denn sie schaffte es nicht richtig über den Zaun zu springen, er war viel zu hoch. Jedesmal verwundete sie sich bei dem Sprung und ihr Bauch war schon völlig zerkratzt und die Wunden verheilten schlecht. Jedesmal wenn es hieß, es wird wieder gejagt wurde ihr Angst und Bange, doch sie wollte den Erfolg, also raffte sie sich auch das nächste Mal wieder auf.
An diesem Tag war es anders, sie fühlte sich nicht wohl, die Wunde vom letzten Jagen war noch nicht verheilt und sie fand es eigentlich auch viel zu heiss, aber die Mutter hatte darauf bestanden, wieder wartete die Löwin auf den Moment und sprang, doch sie blieb bereits mit den Vorderpfoten hängen und landete direkt auf den diesmal tödlichen Stacheln.





Und meine Weihnachtsgeschichten vom Gryff-Adentskalender möchte ich so auch festhalten:

Sinterklaas und seine treuen Begleiter



Es schneite in dicken Flocken, der Mond stand bereits hoch über den Bäumen und erhellte als einziger den finsteren Abend. Ein Mann mit grauem Haar saß im Wohnzimmer in seinem Schaukelstuhl, über die Beine hatte er sich eine Decke gelegt und in den Händen hielt er ein altes Buch. Im Kamin hüpfte ein Feuer lustig auf und ab. Langsam wurde die Türklinke zur Wohnzimmertür heruntergedrückt und die Tür langsam einen Spalt geöffnet und ein kleiner blonder Schopf erschien. Der alte Mann schaute auf und lächelte: "Na, kleiner Mann, noch nicht im Bett?" Der Junge schlüpfte nun ganz durch die Tür, flitzte zu seinem Großvater und setzte sich vor ihm auf den Teppich an den Kamin. "Großvater, erzählst du mir eine Geschichte vom Sinterklaas?"
Der Großvater warf den Kopf zurück und lachte : "Noch eine? Du bekommst wohl nie genug! Na gut, schließlich ist ja morgen der Tag der Tage. Da fällt mir ein: Hast du denn schon alle deine Geschenke und Gedichte fertig?"
Der Junge nickte eifrig und lächelte. "Na gut, dann werde ich dir noch eine Geschichte erzählen. – Wie du ja weißt begrüßen wir Sinterklaas immer am letzten Novembersamstag im Hafen und er kommt mit seinem weißen Schimmel und seinem treuen Begleiter vom Schiff geritten." Der Junge nickte wieder und setzte sich nun in eine bequemere Haltung zu den Füßen seines Opas. "Du weißt aber noch nicht, warum Sinterklaas ausgerechnet mit einem Schimmel kommt und wie er zu seinem Begleiter kam. Und diese Geschichte werde ich dir nun erzählen."

Auch der Großvater setzte sich in seinem Stuhl zurecht und begann zu erzählen:
"Sinterklaas war früher selbst einmal ein ganz normaler junger Mann, allerdings immer von Herzen gut und freundlich zu jedermann. Alle mochten ihn und luden ihn gerne ein, bei ihnen zu verweilen, als Dankeschön brachte er den Familien, die gut zu ihm waren, immer etwas von seinen Seefahrten mit.
Doch eines Tages geriet das Schiff, auf dem Sinterklaas angeheuert hatte, in einen Sturm und ging unter. Auch Sinterklaas war kurz vor dem Ertrinken, als ihn plötzlich eine kräftige Hand packte und an einen Sattel zog. Es war Pieter, eigentlich nur ein kleiner Schiffsgehilfe, der von allen herumgeschubst wurde und immer mit dem Schrubben des Deckes und der Pflege des Schimmels, der für einen Scheich in Afrika gedacht war, beauftragt wurde. Allein Sinterklaas war immer nett zu ihm gewesen, hatte ihm geholfen, und zusammen hatten sie viel Spaß damit gehabt, Reime über die anderen zu verfassen. Der Schimmel schwamm nun also mit den beiden, bis er sie an Land gebracht hatte.

Sinterklaas und Pieter kannten dieses Land nicht, sie zogen sich mit dem Pferd in einen Wald zurück und begannen Figuren aus Holz zu schnitzen und zu verkaufen. Diese kamen so gut bei den Menschen an, dass sie bald sorgenfrei leben konnten. Als es einmal im Winter bitterkalt war und Sinterklaas gemütlich am Kamin saß, kam ihm plötzlich die Idee, doch den Menschen in der Stadt eine Freude zu machen. Viele hatten ihm ihr Leid geklagt und kleine Wünsche geäußert, ohne es zu bemerken. Er fing an kleine Geschenke zu basteln, für jeden aus dem Dorf etwas passendes. Als er Piet von seinem Vorhaben erzählte, half dieser ihm sofort und sie erfanden zu jedem noch ein kleines Gedicht. Dann ritten sie nachts mit ihrem Schimmel los und verteilten die Geschenke. Am nächsten Morgen gab es ein Riesendurcheinander, weil niemand wusste, woher die Geschenke kamen. Am Ende entschied man sich einfach ein großes Fest zusammen zu feiern und zu singen.
Sinterklaas und Pieter hatten soviel Spaß an dem Fest, dass sie beschlossen dies nun jedes Jahr am 5.12. zu wiederholen. Der Brauch breitete sich mit den Jahren auf der ganzen Welt aus, auch wenn alle Weihnachten ein wenig anders feiern, so haben Sinterklaas, sein Freund Pieter und der Schimmel, der die beiden schließlich gerettet hat und ihnen beim Verteilen der Geschenke geholfen hat, der Welt ein wunderschönes Fest gebracht. Und als Schutzpatron der Seefahrer darf Sinterklaas natürlich nicht ohne die beiden auftreten, die ihm damals das Leben retteten."
Der Großvater hörte auf zu reden und lächelte seinen Enkel an. Der hatte ganz rosige Wangen bekommen und schaute mit glänzenden Augen zu ihm herauf: "Wenn ich groß bin, dann werde ich auch Seefahrer und bringe ganz viele Geschenke mit!"
"Natürlich, du wirst ein tüchtiger Seefahrer werden, kleiner Mann, aber jetzt ab ins Bett!"
Der Junge stand auf und war schon fast durch die Tür, als er sich noch einmal umdrehte und sagte: "Vielen Dank, Großvater, und gute Nacht", dann war er verschwunden. Der Großvater lächelte ihm hinterher und schaute dann eine Weile verträumt aus dem Fenster dem sanft fallenden Schnee zu, bevor er sich auch ins Bett begab.



Weihnachten der Vergebung:



Welch ein Glück, dass Weihnachten das Fest der Liebe und Vergebung ist und sich diese Stimmung auf die ganze Adventszeit auswirkt. Sonst wäre ich heute nicht in der Lage diese Geschichte zu erzählen, sondern würde sie lieber für mich behalten.

Es begann also gleich Anfang Dezember, meine Schwester und ich durften nun jeden Morgen ein Stück Schokolade aus unserem Adventskalender essen, was ich persönlich als viel zu wenig empfand. Ich hätte viel lieber den ganzen Kalender an einem Tag gegessen, als nur jeden Tag ein Appetithäppchen. Also stahl ich mich eines Nachts heimlich in die Küche und naschte genüsslich Schokolade. Sorgfältig verschloss ich die Kästchen wieder und war überzeugt, dass niemand etwas bemerken würde, dass ich nun noch fast einen Monat ohne Schokolade auskommen musste und zuschauen durfte, wie meine Schwester jeden Morgen ihr Stückchen ganz langsam verzehrte, war mir in dem Moment nicht bewusst. Ärger bekam ich nicht.

Das nächste war dann das Plätzchenbacken. Nachdem ich zum ersten Teig Salz statt Zucker getan und die ersten fertig gebackenen Plätzchen mit Pfeffer statt Zimt verziert hatte, wurde mir die ehrenvolle Aufgabe übertragen, mit dem Hund spazieren zu gehen. Diese nahm ich dann auch sehr ernst. Wir tollten übermütig durch den Wald und rollten uns auf dem Boden herum, bis es anfing dunkel zu werden. Auf dem Weg nach Hause sah ich ehrfürchtig in den wunderschönen Sternenhimmel und konnte mich gar nicht satt sehen.
Zu Hause angekommen wurde ich gepackt und in die Wanne gestopft - samt Hund. Dann gab es eine warme Decke und einen schönen heißen Kakao. Bruno weicht mir seit diesem Tag nicht mehr von der Seite und durfte in der Nacht sogar in meinem Zimmer schlafen.

Leider fingen die Weihnachtsferien erst am 23.12. an und ich fand, dass das einem die Adventszeit so ziemlich verleiden konnte. Vor allem da jetzt alle schrecklich brav taten und ständig ein Austausch darüber stattfand, ob wir schon Wunschzettel geschrieben hätten und was am Morgen im Adventskalender war, wodurch ich immer wieder an meine nächtliche Sünde erinnert wurde.
Eines Morgens bin ich jedenfalls hinunter in die Küche gegangen, um zu frühstücken, auf dem Herd stand ein Topf mit rotem Saft, meine Eltern tranken diesen Saft meistens abends. Heute weiß ich, dass es Glühwein war. "Nun," dachte ich damals, "warum eigentlich nicht? Zu trinken brauch man ja eh." und füllte mein Glas damit.
Die Schule war an diesem Tag urkomisch und ich musste immer wieder über die Platte meines Lehrers kichern, besonders weil wir gerade über die heiligen drei Könige Caspar, Melchor und Balthasar sprachen und sein Haarkranz aussah wie ein Heiligenschein.
Auf dem Lehrertisch stand ein Adventsgesteck, bei dem jede Woche eine neue Kerze angezündet wurde. In den Pausen spielte wir immer rauchen mit Papier. Ich war an diesem Tag so übermütig, dass ich mein ganzes Heft anzündete, worauf sich alle erschreckten. Der Lehrer hat getobt, dass mir Angst und Bange wurde und der Heiligenschein verdächtig wackelte. Ich musste zur Strafe nachsitzen und zwei Seiten lang den Satz: "Feuer ist gefährlich, deswegen werde ich nie mehr mit Feuer spielen." aufschreiben. Der Lehrer ließ uns seit dem Zeitpunkt auch nicht mehr alleine im Klassenzimmer. Einen Brief an meine Eltern gab es glücklicherweise nicht. Ich war allerdings schon genug gestraft, denn ich hatte den ganzen Abend arge Kopfschmerzen und verschwand schnell im Bett.

In der letzten Woche vor Weihnachten liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren, die Geheimniskrämerei wurde immer größer - und meine Schwester und ich übten jeden Tag für unser Weihnachtsprogramm, bei dem jeder ein paar Gedichte aufsagte und wir gemeinsam Lieder sangen. Schon beim Üben fiel mir auf, dass sich die Gesänge sehr schräg anhörten, und die dunkle Ahnung, dass unser Programm ein Flop werden könnte, beschlich mich.
Am Weihnachtsabend taten mir meine Eltern und Großeltern sehr leid. Bei den Gedichten war ihr Lächeln noch ganz freundlich. Es verkrampfte sich aber zunehmend mit "Schneeflöckchen, weiß Röckchen" und als wir "Stille Nacht, heilige Nacht" vortrugen, sah ich, dass meine Mutter sich an der Tischplatte festkrallte, anscheinend um sich selbst davon abzuhalten, sich die Ohren zuzuhalten.
Geschenke gab es danach reichlich und ein Lob, was für brave Mädchen wir doch seien.

Ich bin froh, dass sie so reagiert haben, denn wenn meine Tochter heute mit schmutzigen Sachen und rotglühenden Wangen vom Rodeln wiederkommt, dann erinnere ich mich immer wieder an meine Kindheit voller Dummheiten und Übermut. Ich denke, es war die glücklichste Zeit meines Lebens und nicht zuletzt, weil mich meine Familie geliebt und mir meine kleinen und großen Fehler vergeben hat.





Das schönste Geschenk



Es war Nachmittag und die Sonne stand hoch am Himmel, der Strand war wie jeden Tag überfüllt. Alle wollten nach Feierabend noch die Sonne genießen und schwimmen oder surfen gehen. Auch Selina rekelte sich wohlig auf ihrer Liege und schaute ihrem Lebensgefährten Mark zu, der mit dem Aufblasen eines neuen Plastikweihnachtsbaums beschäftigt war. Sie musste grinsen: "Vermisst du etwa schon die kalten Wintertage zu Hause in Deutschland?", fragte sie. Er kam zu ihr und gab ihr einen Kuss. "Nein, mein Schatz, das hier ist eine sehr interessante Art die Weihnachtszeit zu verbringen." Dann nahm er eine Zeitung und zeigte ihr einen Routenplan "Schau, hier sind wieder die am schönsten geschmückten Häuser aufgelistet, was hältst du davon, wenn wir einen kleinen Umweg fahren und uns ein paar davon ansehen?"
"Warum nicht, aber wir warten bis es dunkel ist, jetzt im Hellen sehen die Lichter so blass aus." Plötzlich rannte mit wildem Freudengeschrei eine Schar Kinder an ihnen vorbei, auf einen Mann in roter Badehose und mit einem langen Bart zu. Das Paar schaute zu, wie die Kinder Lieder sangen und Gedichte aufsagten, um ein Geschenk aus dem Sack des Weihnachtsmannes zu erhalten.

Als es dunkelte, machten sie sich auf den Heimweg. Jetzt sahen die Häuser wunderschön aus und eines war farbenprächtiger geschmückt als das andere. Selina war beeindruckt. Zu Hause gab es selbstgemachte Plätzchen und Eistee als Abendsnack, dabei schaute Selina verträumt aus dem Fenster. Nun schmunzelte Mark: "Was ist los?"
Sie wandte sich zu ihm um und antwortete : "Ich weiß nicht – das ist alles wie ein Traum, die ganzen Lichter und der Weihnachtsschmuck, die Lieder White Christmas, es ist wie ein Gruß aus einer anderen Welt, aber wunderschön." Sie machte eine kurze Pause und sprach dann weiter: "Lass uns morgen zum Carols Candlelight gehen."
Mark streichelte ihre Hand "Natürlich, schließlich lernt man dort die meisten Menschen kennen und das richtige Kerzenlicht fehlt mir hier eigentlich am meisten."
Selinas Augen strahlten "Es ist wirklich mal ein ganz anderes Weihnachten, aber ich glaube, wir haben den Vorteil, dass wir wissen, wie richtige weiße Weihnachten aussehen. Das Schönste ist, dass wir hier zusammen sind und glücklich."
Mark strahlte zurück: "Dann ist dich der Zweck von Weihnachten, nämlich die Liebe zu fördern, doch bestens erfüllt."

Zwei Wochen später, am 25.12. saßen sie am Strand beim Barbecue, Selina war schon den ganzen Tag recht still gewesen und Mark machte sich langsam Sorgen. Doch mit einem mal schien sie ihren ganzen Mut zusammenzunehmen und holte tief Luft: "Liebling, was hieltest du davon, wenn wir die nächsten Weihnachten zu dritt verbringen würden?" und dabei sah sie lächelnd zu einer Gruppe Kinder herüber.
Mark verstand zunächst nicht, doch als er ihrem Blick folgte, traf es ihn wie ein Blitz: "Wir bekommen ein Baby?" Er strahlte über das ganze Gesicht und nahm sie in die Arme "Das ist das allerschönste Weihnachtsgeschenk!"





Light up your Holiday
Edinburgh's Capital Christmas



Mit Schwung setzte sich Marie auf den Kofferdeckel und Funny, ihre Freundin verschloss schnell die Schnappschlösser. "So, das hätten wir geschafft!" sagte sie und ließ sich auf das Bett fallen, Marie legte sich dazu. "Ein Wochenende in Schottland..." schwärmte sie. "Und nur wir beide, keine Eltern" fügte Funny hinzu. "Wir sind schließlich 18 und damit erwachsen." meinte Marie stolz. "Ach, es wird herrlich werden!"

Am Freitag Abend den 10.12. ging ihr Flug nach Schottland. In ihrem Hotel in Edinburgh angekommen, legten sie sich sofort schlafen, denn sie hatten morgen viel vor.

Der Morgen begann mit einer schönen Kissenschlacht, die aber aufgrund eines Klopfens an der Wand vom Nachbarzimmer her unterbrochen wurde. Nach einem leckeren Frühstück und neuen Bekanntschaften, nämlich den zwei Jungs vom Nebenzimmer ging es auf in die Edinburgher Festtage. Ihr Trip begann mit einem Besuch in Schloss Edinburgh. Beide waren sehr beeindruckt von der Burg hoch oben auf dem Berg. Noch interessanter fanden sie allerdings, dass der berühmte Charles Dickens, bei einem Besuch dieses Schlosses Inspiration für den Charackter Ebeneezer Scrooge aus seiner berühmten Weihnachtsgeschichte A Christmas Carol fand. Als sie aus dem Schloss heraus kamen sahen sie einen Bauernmarkt und beschlossen ihn zu besuchen. Sie sahen sich bald von eingepferchten Schweinen, in kleine Käfige gesperrten Gänsen und Hühner umgeben, worauf sie schnell wieder flüchteten. "Das war widerlich," schimpfte Marie, "eingesperrt und fett gefüttert, ein Leben, nur um dick genug zum Essen zu werden, ohne auch nur einmal eine saftige Weide gesehen und durch einen Wald gerannt zu sein. Pfui!" " Ja, das hier hat mich wieder einmal mehr davon überzeugt, kein Fleisch mehr anzurühren!" stimmte Funny ihr zu. "Dieses ganze Bratengefuttere um die Weihnachtszeit herum geht mir auf den Senkel. Ich finde, man sollte wenigstens zu Weihnachten mal daran denken, dass man sein tägliches Fleisch aus elenden Schlachthöfen bezieht, in denen es keinen Platz für eine Seele gibt!!"

Mit getrübter Stimmung machten sie sich auf zu den West Princes Street Gardens und dort machten sie als erstes eine Rundfahrt mit der Kutsche und gewannen so einen Gesamteinblick von den Weihnachtsgetümmel. Sie besuchten die Rentiere und diskutierten darüber, wie es der Weihnachtsmann schaffen könnte, in einer einzigen Nacht alle Kinder zu beschenken. An einem Briefkasten machten sie Halt und steckten ihre Weihnachtswünsche in die Santa-Postbox. Auf einem Wundzettel standen nur zwei Wünsche: "1. einen liebenswerten Mann und 2. eine tiergerechte Zukunft, ohne grausame Massentierhaltung, Schlachthöfe, Tiertransporte."

Danach streiften sie noch ein wenig über den Weihnachtsmarkt und kauften leckere Quarkbällchen und tranken Met mit Honig. Dann ging es zurück ins Hotel und machten sich für den Abend schick. Die Krönung des Tages war nämlich der Besuch im King's Theater, wo Aladdin aufgeführt wurde. Die beiden waren wie betäubt von der Atmosphäre des Stückes, die auch noch anhielt, als sie schon längst in ihren kuscheligen Betten lagen.

Am nächsten Morgen klopfte es an die Tür. Die beiden Jungen aus dem Nebenzimmer kamen hereinspaziert und luden sie ein, mit zum Shoppen in die Princess Street zu kommen, was sie herzlich gerne annahmen, da sie das ja eh vorgehabt hatten. Es wurde ein gemütlicher Sonntag und man verabschiedete sich nur schweren Herzens voneinander. Doch der Grundstein für eine lange Freundschaft war an diesem Tag gelegt worden, und das Wochenende in Edinburgh, während der Weihnachtszeit wurde zur Tradition.



Merry Christmas



Dicht aneinander gedrängt schlenderten die Menschen über den Weihnachtsmarkt von Warschau, blieben hier und dort stehen, schauten sich die in den Buden angebotene Ware an und schlürften heiße Getränke oder aßen Weihnachtsleckereien.

Katharina lief verträumt durch die Menge, ihre Gedanken waren nicht an diesem Ort, wenn sie die vielen glücklichen Pärchen ansah, dachte sie an das Jahr zurück, das nun fast hinter ihr lag. Vor einem Jahr war sie genauso glücklich mit ihrem Freund über den Markt gelaufen. Er hatte ihr immer wieder seine Liebe gestanden und ihr jeden Wunsch von den Augen abgelesen. Doch schon kurz nach Weihnachten war alles vorbei gewesen, nämlich in dem Moment, als sie Lars kennen lernte. Es war Liebe auf den ersten Blick und sie hatte Christopher damals sofort verlassen. Die Beziehung mit Lars war wunderschön und leidenschaftlich, es war wie im Paradies und Katharina hatte das Gefühl vor Glück zu platzen. Doch bereits nach zwei Monaten trat der Alltag in die Beziehung und das Feuer der Liebe erlosch so schnell, wie es entfacht worden war. Für Lars war es ein Abenteuer gewesen und er kehrte zu seiner alten Freundin zurück. Katharina war schwer enttäuscht, was ist denn nun Liebe? Sie konnte sich seitdem keinem Mann mehr öffnen und zog sich immer im letzten Moment zurück. Sie wollte auch nicht zu Christopher zurück, denn was sie dazu bewog, war lediglich die Suche nach Anerkennung. Sie begann damit Menschen, besonders Paare zu beobachten. Sie sah, wie sie miteinander lachten, stritten, diskutierten, tuschelten oder sich zärtlich ansahen und küssten.
Um die Weihnachtszeit herum konnte man besonders viele Paare entdecken und mit der Zeit machte es Katharina einfach nur noch Spaß, die Menschen glücklich zu sehen und sie schaute sich um, in der Hoffnung irgendwann einmal einen Mann zu treffen, mit dem sie über ihre Entdeckungen reden konnte.

Ihre Augen blieben mit einem Mal an einem Stand mit Süßwaren hängen, dort stand ein kleiner Junge in zerschlissenen Sachen und abgelaufenen Schuhen. Neben ihm saß ein abgemagerter Hund. Der Junge schaute so sehnsüchtig auf die Süßigkeiten, dass Kathi Mitleid bekam. Kurzerhand kaufte sie ein großes und ein kleines Lebkuchenherz und einen Liebesapfel. Sie hängte die Lebkuchen um den Hals des Jungen und drückte ihm den Apfel in die Hand. "So, bitteschön, mein Kleiner, teil dir das gut ein und gib deinem treuen Freund auch etwas ab." Der Junge strahlte übers ganze Gesicht und rannte mit seinem Hund davon. Die dickliche Verkäuferin hatte die Szene mitbekommen. Sie hatte ein warmherziges Lächeln mit tiefen Grübchen, stellte Katharina sofort fest. Die Verkäuferin wandte sich ihr zu und sagte: "Sie sind eine wahrhaft liebenswürdige Person. Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr". Katharina blickte nachdenklich zu ihr auf: "So, bin ich das? Ich wünsche Ihnen auch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch". Dann drehte sie sich um und verschwand in der Menge.





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